Säulen autoritärer Herrschaft im 21. Jahrhundert: Myanmar

Seit der Unabhängigkeit 1948 sieht sich der Vielvölkerstaat Myanmar mit oft gewaltsamen Konflikten zwischen der Zentralregierung und diversen ethnischen Gruppen konfrontiert. In dieser Gemengelage konnte sich das Militär schon kurz nach der Kolonialzeit als dominierende politische Kraft etablieren. 1958 übernahmen die Streitkräfte erstmals die Regierungsgewalt. Seither wechseln sich direkte Militärregime mit Phasen ab, in denen die Armee zwar zivile Amtsträger duldet, im Hintergrund jedoch die Fäden in der Hand behält. Zu einer nachhaltigen Demokratisierung des politischen Systems kam es nie.
Nach Jahren nennenswerter, kontrollierter Liberalisierung putschten die Streitkräfte im Februar 2021 erneut. Sie setzten damit die gewählte Regierung ab, die weitgehend von der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) getragen wurde. Seitdem greift die Militärjunta zu massiver Repression. Sie verliert dennoch die Kontrolle über wachsende Teile des Landes, da ethnische Konflikte neu aufbrechen.
Doch warum findet Myanmar nicht zu Stabilität und Demokratie? Wie gelingt es der Armee, fortwährend ihre Machtstellung in Politik und Wirtschaft zu behaupten? Welche Mittel nutzt sie dafür neben roher Gewalt? Welche Rolle spielen die ethnische Zersplitterung der burmesischen Union sowie externe Akteure, darunter China, Indien und Russland? Was folgt aus der Herrschaftspraxis für Leben, Freiheit und Wohlergehen von Bürgern? Und hat Myanmar Chancen auf eine Zukunft in Frieden und Freiheit? Diese und weitere Fragen möchten wir mit unseren Gästen Prof.Dr. Marco Bünte und Vanessa Steinmetz diskutieren - und mit Ihnen!

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit leistet mit dieser vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Veranstaltung einen Beitrag dazu, die Ziele der 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Agenda 2030, insbesondere im Bereich Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, bekannter zu machen.

Gast
Prof. Dr. Marco Bünte
ist Professor für die Politik und Gesellschaft Asiens an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Er forscht zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Ost- und Südostasien, insbesondere zu Fragen von Demokratie und Autokratie, zur Rolle des Militärs und der Zivilgesellschaft. Seine jüngste Publikation ist die 2023 erschienene Studie „Presidentialism and Democracy in East and Southeast Asia“ (Routledge 2023).

Gast
Vanessa Steinmetz
leitet seit 2023 die Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Thailand und Myanmar. Bevor sie 2020 zur Stiftung wechselte, arbeitete sie als Journalistin, unter anderem für die Deutsche Presse-Agentur, Süddeutsche.de und Spiegel Online. Von 2016 bis 2020 war sie als Redakteurin im Auslandsressort des Spiegels/Spiegel Online für den Schwerpunkt Asien zuständig. Ihre ersten Erfahrungen in der Region sammelte sie während ihres Studiums im Rahmen eines Auslandssemesters in Taiwan.

Säulen autoritärer Herrschaft im 21. Jahrhundert: Myanmar

Zwischen chronischer Militärdiktatur und 'Failed State'?


Veranstaltungsart

Webtalk

Zeit

13.02.2024 | 12:00 - 13:00

Veranstalter

Landesbüro Baden-Württemberg

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