Nach Ceuta: Grenzen, Einfluss und Abhängigkeit
Die jüngsten Ereignisse in Ceuta zeigen, wie Migration in außenpolitischen Konflikten zum Druckmittel werden kann: Im Sommer 2026 gelangten innerhalb weniger Tage Zehntausende Menschen irregulär in die spanische Exklave – ein Szenario, das an 2021 erinnert. Zwar betrifft Ceuta vor allem die Beziehung zwischen Marokko und Spanien. Die strategische Lehre reicht jedoch weiter: Europa macht sich abhängig, wenn es Grenzkontrolle und Rückführungen vor allem an Drittstaaten auslagert. Auch in der Partnerschaft mit Tunesien verknüpft die EU Migration mit wirtschaftlicher Unterstützung, Investitionen und politischer Zusammenarbeit. Die zentrale Frage lautet daher: Wie kann Europa wirksam handeln, ohne erpressbar zu werden – und zugleich Menschenrechte, wirtschaftliche Perspektiven und eine faire Partnerschaft mit Tunesien ernst nehmen?
Wir diskutieren mit Dr. Raphael Bossong (SWP), Jan-Christoph Oetjen (MdEP) und Birgit Lamm (FNF Nordafrika).
Gäste
Birgit Lamm
seit 1993 bekleidete sie verschiedene Positionen der Stiftung im In- und Ausland. Unter anderem war sie Direktorin der International Academy for Leadership (IAF) in Gummersbach und Leiterin des Büros in Mexiko und Pakistan. Seit Juni 2025 leitet sie das Projektbüro der FNF in Tunesien.
Jan-Christoph Oetjen MdEP
ist seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments für die FDP und die Fraktion Renew Europe. Seine aktuelle Tätigkeit umfasst den stellvertretenden Vorsitz im Ausschuss für Verkehr und Tourismus (TRAN) sowie Mitgliedschaften in verschiedenen Delegationen. Er wurde bei der Europawahl 2024 wiedergewählt und war 2024 kurzzeitig Vizepräsident des Parlaments.
Dr. Raphael Bossong
ist stellvertretender Forschungsgruppenleiter EU/Europa der Stiftung Wissenschaft und Politik mit den Schwerpunkten Grenzsicherung und Auswirkungen der Migrationskrise auf die EU sowie EU-Antiterrorismuspolitik.
Nach Ceuta: Grenzen, Einfluss und Abhängigkeit
Wie sollte Europa auf Migrationsdruck aus Nordafrika reagieren?
Veranstaltungsart
Webtalk
Zeit05.10.2026 | 18:00 - 19:00
VeranstalterLänderbüro Niedersachsen/Bremen
Jetzt anmelden
Zurück
Als nächstes