Deutschland dienen? Für Deutschland kämpfen?
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung des BSH (Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen) Regensburg, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Thomas-Dehler-Stiftung.
„Gesellschaftsjahr“, „Dienst für Deutschland“, „Wehrdienst“, „Wehrpflicht“ – all diese Begriffe und Schlagworte stehen synonym für eine Debatte, die das Land seit Mitte des vergangenen Jahres begleitet: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, Russlands hybride Kriegsführung gegen Deutschland und das sich wandelnde sicherheitspolitische Gefüge in Europa erfordern politische und gesellschaftliche Kurswechsel. Dies betrifft nicht zuletzt die Frage nach dem Beitrag junger Erwachsener zur gemeinsamen Verantwortung für die Sicherheit unseres Landes. So beschloss der Bundestag am 5. Dezember 2025 das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, mit dem die Bundeswehr deutlich mehr Personal gewinnen soll. Die gesellschaftliche Debatte zum Wehrdienst ist jedoch noch nicht abgeschlossen und zentrale Fragen bleiben bislang offen: Welche Aufgaben sollten von welcher Generation übernommen werden? Welche Wege gibt es, für Deutschland Verantwortung zu übernehmen?
Im Zuge der Reihe „Verantwortung für Deutschland“ wird der Webtalk einen ersten Einblick in die Breite der gesellschaftlichen Debatte geben, die im kommenden Wintersemester auch an Bayerns Universitäten weitergeführt werden soll.
Gäste
Kerry Aileen Hoppe
ist Juristin und Leutnantin der Reserve. Nach ihrem freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr absolvierte sie die Ausbildung zur Reserveoffizierin und engagiert sich seitdem insbesondere für Verteidigungs- und Sicherheitspolitik sowie die Stärkung der Reserve. Sie ist Gründungsmitglied der Community for Defence Innovation und Mitbegründerin der Initiative Vote16, die sich für eine Absenkung des Wahlalters einsetzt. Seit 2026 ist sie Mitglied des Bundesvorstands der FDP und arbeitet als Business Development & Government Affairs Managerin beim europäischen Defence-Tech-Unternehmen TYTAN Technologies.
Marko Martin
lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Neben einem Essayband zur israelischen Literatur und einer Tel Aviv-Hommage erschienen in der Anderen Bibliothek seine Bücher „Schlafende Hunde“ und „Die Nacht von San Salvador“ sowie 2019 der Essayband „Dissidentisches Denken“. Zuletzt erschien von ihm „Freiheitsaufgaben“, ein Essay über Freiheit, Verantwortung und die Herausforderungen für die Demokratie. Als gebürtiger Sachse und überzeugter Kriegsdienstverweigerer, der noch vor dem Mauerfall aus der DDR ausreiste, ist Marko Martin in Ost und West sozialisiert. Aus dieser besonderen Position hat er einen Blick für die Ausreden und Scheinheiligkeiten auf beiden Seiten. Seine Rede im November 2024 in Schloss Bellevue zum Jahrestag des Mauerfalls ging viral. Marko Martin wurde 2025 mit dem Ovid Preis sowie dem Reiner-Kunze-Preis ausgezeichnet. | Foto: (c) Anke Illing
Artur Weigandt
wurde 1994 im kasachischen Uspenka geboren. Er studierte in Frankfurt am Main Ästhetik, verbrachte längere Zeit in Prag, Kyjiw und Tbilissi. Er absolvierte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München, seine Texte erscheinen unter anderem in der F.A.Z., der ZEIT und der WELT. 2023 veröffentlichte er seinen Debütroman "Die Verräter" bei Hanser Berlin. Als Dolmetscher nahm er im Sommer 2023 an der Ausbildungsmission am Leopard 1 für Soldaten des ukrainischen Heeres teil. In seinem jüngsten Buch „Für euch würde ich kämpfen. Mein Bruch mit dem Pazifismus“ beschreibt Weigandt seinen persönlichen Wandel vom überzeugten Pazifisten zum Befürworter einer wehrhaften Demokratie.
Christoph Götz
studiert im Master Demokratiewissenschaft an der Universität Regensburg. In seiner Masterarbeit untersucht er die Auswirkungen russischer hybrider Kriegsführung auf die politische Handlungsfähigkeit Deutschlands. Darüber hinaus ist er Junior Analyst am ISS Institut für Sicherheit und Strategie und beschäftigt sich dort schwerpunktmäßig mit hybriden Bedrohungen und den transatlantischen Beziehungen. Seit vielen Jahren engagiert er sich zudem ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz.
Jannik Steinwender
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen. In seinem Dissertationsprojekt beschäftigt er sich mit den Wirkweisen russischer kognitiver Kriegsführung. Darüber hinaus leitet er verschiedene Forschungsgruppen zu europäischer Sicherheitspolitik und Handelspolitik.
Deutschland dienen? Für Deutschland kämpfen?
Diskussion zu Wehrdienst, Wehrpflicht und Verantwortung in Zeiten der Krise
Veranstaltungsart
Webtalk
Zeit28.09.2026 | 19:30 - 21:00
VeranstalterLandesbüro Bayern
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