EZB und Geldwertstabilität: Wo steht der Euro?
Mit der Gründung der Europäischen Zentralbank wurde die Geldpolitik des Euroraums nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank auf Geldwertstabilität und politische Unabhängigkeit ausgerichtet. Preisstabilität sollte dabei das zentrale Leitprinzip sein und die Währung vor kurzfristigen politischen Interessen schützen.
Die Eurokrise markierte jedoch einen Wendepunkt. Mit der Formel „Whatever it takes“ und umfangreichen Anleihekäufen übernahm die EZB eine zunehmend aktive Rolle bei der Stabilisierung der Währungsunion. Waren diese Maßnahmen notwendige Krisenpolitik – oder bedeuteten sie einen Bruch mit dem ursprünglichen Mandat der Zentralbank? Welche Folgen hatten und haben sie für Inflation, Staatsverschuldung und die Glaubwürdigkeit der EZB?
Im Gespräch diskutieren Prof. Dr. Otmar Issing und Prof. Dr. Gunther Schnabl diese Fragen aus wirtschaftspolitischer Perspektive. Wie steht der Euro heute da? Welche Reformen braucht die Währungsunion, um dauerhaft stabil und tragfähig zu sein? Und welche ordnungspolitischen Konsequenzen ergeben sich daraus für Deutschland? Steht die EZB weiterhin für eine glaubwürdige Stabilitätsorientierung – oder hat sich ihr geldpolitisches Selbstverständnis grundlegend verändert?
Die Reihe Fokus Wirtschaftspolitik nimmt monatlich die Herausforderungen der deutschen Wirtschaft in den Blick, welche stark an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verloren hat. Geldwertstabilität, Ausgabendisziplin, Wettbewerb und Bürokratieabbau sind Kernziele einer liberalen Wirtschaftspolitik, hin zu einer Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards. Unser Gastgeber Prof. Dr. Gunther Schnabl, Direktor des Flossbach von Storch Research Institute und Professor an der Universität Leipzig, diskutiert mit Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden, wie Deutschland wieder wettbewerbsfähig werden kann.
Gäste
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing
war von 1998 bis 2006 Mitglied des Direktoriums und erster Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Zuvor war er von 1990 bis 1998 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank und deren Chefvolkswirt. Als einer der Architekten des Euro war er maßgeblich an der Entwicklung der geldpolitischen Strategie der EZB beteiligt, insbesondere an der sogenannten Zwei-Säulen-Strategie. Seit 2006 ist er Präsident des Center for Financial Studies an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Prof. Dr. Gunther Schnabl
ist Professor für Wirtschaftspolitik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Leipzig und Direktor des Flossbach von Storch Research Institute. Er hat an den Universitäten Tübingen, Stanford, Tokio und Leuven promoviert und habilitiert. Forschungsaufenthalte führten ihn zur Deutschen Bundesbank, Europäischen Zentralbank, Bank von Japan und Federal Reserve Bank of New York. (Quelle: Flossbach von Storch Research Institute)
EZB und Geldwertstabilität: Wo steht der Euro?
Fokus Wirtschaftspolitik mit den Ökonomen Otmar Issing und Gunther Schnabl
Veranstaltungsart
Webtalk
Zeit28.09.2026 | 19:00 - 20:00
VeranstalterLänderbüro Mitteldeutschland
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