Die Wahlen im Osten und die Transformation des Westens
Seit 1989 sprechen wir von der Transformation des Ostens.
Doch vielleicht steht inzwischen auch der Westen vor einem tiefgreifenden, lange unterschätzten Wandel.
Populistische Bewegungen prägen seit Jahren die Politik in Mittel- und Osteuropa. In Ostdeutschland konnten links- und rechtspopulistische Parteien bereits früh erste Erfolge erzielen und sich zunehmend auch in Westdeutschland etablieren. Das Erstarken der Populisten geht zulasten der etablierten Parteien der Mitte. Veränderte Mehrheitsverhältnisse und die Abgrenzung gegenüber der AfD führen in Deutschland zunehmend zu ungewöhnlich breiten Koalitionen. Diese Zweckbündnisse befördern ihrerseits das populistische Narrativ vom „Parteienkartell“. In Polen und besonders in Ungarn konnten politische Mehrheiten staatliche Institutionen weitreichend umgestalten. Tschechien zeigt hingegen, dass diese Entwicklung keineswegs einheitlich verläuft: Trotz wachsender Konflikte haben sich seine demokratischen Institutionen bislang als widerstandsfähiger erwiesen.
Anlässlich des nahenden Beginns der Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast Tschechien diskutieren der Schriftsteller und Publizist Marko Martin, die Autorin und Aktivistin Karoline Preisler sowie Dr. Lars-André Richter, Leiter des Stiftungsbüros Mitteleuropa in Prag, mit Moderator Werner Schlierike. Gemeinsam fragen sie, welche Schlüsse sich aus den Septemberwahlen in Deutschland ziehen lassen, was Deutschland aus den Erfahrungen Ostdeutschlands und Mitteleuropas lernen kann – und wo in einer polarisierten politischen Wirklichkeit Platz für liberale Parteien ist.
Gäste
Karoline Preisler
ist Politikerin, Autorin und Aktivistin. Sie wurde mit dem Amos-Preis der Offenen Kirche ausgezeichnet. Sie ist Preisträgerin des Jahres 2024 des Eugen-Kogon-Preises und Preisträgerin des Paul-Spiegel-Preises 2025.
Marko Martin
lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Als gebürtiger Sachse, als Kriegsdienstverweigerer noch vor dem Mauerfall ausgereist, ist Marko Martin in Ost und West sozialisiert. Aus dieser besonderen Position hat er einen Blick für die Ausreden und Scheinheiligkeiten auf beiden Seiten. Marko Martin wurde 2025 mit dem Ovid Preis sowie dem Reiner-Kunze-Preis ausgezeichnet.
Dr. Lars-André Richter
Leiter des Projektbüro Mitteleuropa der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Prag
Die Wahlen im Osten und die Transformation des Westens
Im Gespräch mit Karoline Preisler, Marko Martin und Dr. Lars-André Richter zu Populismus in Deutschland und Mitteleuropa
Veranstaltungsart
Livestream
Zeit29.09.2026 | 18:00 - 19:30
VeranstalterLänderbüro Hessen/Rheinland-Pfalz
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