Kaum ein altes Relikt in Westafrika symbolisiert die Abhängigkeit zum ehemaligen Kolonialeherrn wie die Währung des Franc CFA. Er wird auch trotz des Endes der Kolonialherrschaft in 14 Staaten und von 187 Mio. Menschen weiterhin verwendet. Doch es regt sich Widerstand: Seit 2019 streben immerhin acht der vierzehn Länder einen Reformprozess der Währung und die Abschaffung der Abhängigkeit von Frankreich an. Immer wieder flammen auch Proteste auf. Selbst Frankreichs Präsident Macron erklärte 2019 das Aus des Franc CFA. Doch bis heute ist es ein holpriger Weg für die Währungsreform. Das Problem ist nicht die französische Abhängigkeit, sondern die politischen und wirtschaftlichen Unterschiede der einzelnen afrikanischen Länder. Außerdem gibt es auch positive Effekte der Währungsunion: Da der Franc CFA trotz aller Kritik für Stabilität steht, traten sogar ehemals portugiesische und spanische Kolonien ein.

Was also überwiegt an der Währungsunion - die wirtschaftlichen Vorteile oder die Abhängigkeit von Frankreich? Schlägt Frankreich hier Profit oder profitieren die afrikanischen Staaten? Ist der Franc CFA eine Altlast aus der Kolonialzeit, die überwunden werden muss?

Diese und weitere spannende Fragen diskutieren wir mit Carla Coburger und Boubacar Diop.

Gast
Boubacar Diop
ist für die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) als Referent für den Projektbereich Afrika tätig und verantwortet die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort, deren Arbeit der entwicklungspolitische Verein ASW unterstützt. Konkret geht es um Projekte zu den Themen Klimaschutz, Menschen- und Frauenrechte, Selbstbestimmung sowie Überleben in ländlichen Räumen. Weiterhin war er für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie als Flüchtlingssozialarbeiter tätig.

Gast
Carla Coburger
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Excellenzcluster AfricaMultiple der Universität Bayreuth. Sie ist Autorin des Artikels ‘The West African CFA Franc Zone as a Double Monetary Union: Loss of Economic Competitiveness and Anti-Developmental Path-Dependencies’ sowie Co-Autorin zweier Bücher, The State of Capitalism. Economy, Society and Hegemony (Verso 2023) und Kapitalismusanalysen: Klassische und neue Konzeptionen der Politischen Ökonomie (Wochenschauverlag 2021).

Koloniale Relikte in Westafrika:

Die Abschaffung des Franc CFA


Veranstaltungsart

Webtalk

Zeit

28.11.2023 | 18:00 - 19:00

Veranstalter

Länderbüro Niedersachsen/Bremen

Mehr auf +Freiheit

67 min

Sechs Monate vor der Europawahl: Droht uns der nächste Rechtsruck?

78 min
Krieg in Europa

Kasachstan und der Krieg in der Ukraine

98 min

Zeitenwende im Nahen Osten?

92 min

Was Frankreich bewegt. Energie- und Klimapolitik auf dem Prüfstand

99 min

Livestream: Berliner „Elefantenrunde“

Wir verarbeiten Ihre Daten und nutzen Cookies.

Wir nutzen technisch notwendige Cookies, um Ihnen die wesentlichen Funktionen unserer Website anbieten zu können. Ihre Daten verarbeiten wir dann nur auf unseren eigenen Systemen. Mehr Information finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen in Ziffer 3. Sie können unsere Website damit nur im technisch notwendigen Umfang nutzen.


Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und unser Angebot für Sie fortlaufend verbessern zu können, nutzen wir funktionale und Marketingcookies. Mehr Information zu den Anbietern und die Funktionsweise finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen in Ziffer 3. Klicken Sie ‚Akzeptieren‘, um einzuwilligen. Diese Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen.