Iranerinnen und Iraner gehen seit Tagen zu Zehntausenden im ganzen Land auf die Straße. Ausgelöst durch die katastrophale wirtschaftliche Situation demonstrierten zunächst vor allem Kaufleute und Händler, doch sehr schnell entwickelte sich eine gesamtgesellschaftliche Protestwelle aller Schichten und Gruppierungen und jeden Alters. Längst geht es nicht mehr um die Wirtschaft allein. Die Menschen verlangen nach einem Ende des totalitären Unterdrückungsregimes im Gewande einer schiitischen Theokratie, das seit nunmehr knapp fünf Jahrzehnten gewaltsam über die eigene Bevölkerung herrscht. Dabei schlagen die Sicherheitskräfte und Schergen des Regimes mit aller Kraft und Brutalität zurück – über die Zahl der bislang getöteten Bürgerinnen und Bürger können wir nur spekulieren, da das Regime jegliche freie Berichterstattung, auch in den sozialen Medien, unterbindet. In Iran spielt sich daher gegenwärtig ein Existenzkampf ab, in dem es um Leben und Tod geht.
Kann es den Menschen gelingen, das verhasste Mullah-Regime zu überwinden? Können die Revolutionsgarden und andere Waffenträger zurückgedrängt werden oder droht ein umfassender blutiger Bürgerkrieg? Werden die USA eine aktive Rolle in den gegenwärtigen Entwicklungen spielen? Welche Rolle kann Europa, kann Deutschland spielen? Und welche Szenarien ergeben sich für die Verbündeten und für die Gegner des Teheraner Regimes in der Region – etwa für die Hisbollah oder für Israel?
Inmitten dieser Krise wollen wir Orientierung geben und diese und andere Fragen mit der renommierten Journalistin Natalie Amiri sowie mit Bijan Djir-Sarai (ehemaliger Generalsekretär der FDP, geboren in Iran) diskutieren. Moderiert wird diese digitale Veranstaltung von Jörg Dehnert, Regionalbüroleiter Naher und Mittlerer Osten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Gäste

Bijan Djir-Sarai
wurde im Teheran/Iran geboren. Er war von 2021 bis 2024 Generalsekretär der FDP. Von 2009 bis 2013 sowie von 2017 bis 2025 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war zwölf Jahre Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. Seit 2026 ist er Kämmerer im Rhein-Kreis Neuss und Geschäftsführer der Kreiswerke Grevenbroich GmbH.

Dr. Maren Jasper-Winter
setzt sich für Gleichstellung, eine offene Gesellschaft und eine funktionierende Hauptstadt ein. Ehrenamtlich ist sie Vorsitzende der FDP Berlin-Mitte, Mitglied im Bundesvorstand der Freien Demokraten, sowie Mitglied im Vorstand der Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit.

Natalie Amiri
ist Journalistin und Fernsehmoderatorin. Die Tochter einer Deutschen und eines Iraners studierte Diplom-Orientalistik und Islamwissenschaft. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre in der deutschen Botschaft in Teheran. Seit 2014 moderiert sie den ARD-„Weltspiegel“ aus München sowie das BR-Europa-Magazin „Euroblick“. 2015 übernahm Amiri die Leitung des ARD-Studios in Teheran. Diese musste sie im Mai 2020 aus Sicherheitsgründen abgeben. Sie ist Autorin der Bücher „Zwischen den Welten: Von Macht und Ohnmacht im Iran“ sowie "Afghanistan: Unbesiegter Verlierer" und „Der Nahost-Komplex: Von Menschen, Träumen und Zerstörung“.

Jörg Dehnert
leitete die Abteilung „Liberalismus“ an der Theodor-Heuss-Akademie und war Gründungsdirektor der Internationalen Akademie für Führung, die er von 1995 bis zu seinem Wechsel nach Istanbul im Jahr 2006 als Projektdirektor Türkei leitete. Von 2012 bis 2018 war er in Buenos Aires als Projektdirektor für Argentinien, Paraguay und Uruguay tätig, bevor er das Büro in Lima für die Andenstaaten (Bolivien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela) übernahm. Seit Juli 2022 ist er als Regionaldirektor der Stiftung für die MENA-Region tätig.

Naumann ad Hoc - Quo vadis Iran?

Mit der renommierten Journalistin Natalie Amiri sowie mit Bijan Djir-Sarai, ehemaliger Generalsekretär der FDP


Veranstaltungsart

Webtalk

Zeit

14.01.2026 | 20:00 - 21:00

Veranstalter

Länderbüro Berlin | Brandenburg | Mecklenburg-Vorpommern

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