Kuba befindet sich aktuell in einer komplexen Mehrfachkrise: Wirtschaftliche Not, systematische Verletzung von Menschenrechten, Energieprobleme, eine humanitäre Katastrophe, soziale Unzufriedenheit und internationaler Druck greifen ineinander. Ein zentrales Problem dabei ist die dramatische Energiekrise. Aufgrund verschärfter US-Ölsanktionen unter Präsident Donald Trump und dem Rückgang der Öllieferungen aus Venezuela fehlt Kuba ein wichtiger Zugang zu Treibstoff. In vielen Regionen kommt es regelmäßig zu Blackouts, während gleichzeitig Lebensmittel, Benzin und Medikamente knapp sind. In Kuba gibt es keine politische Freiheit. Es wird eingeschätzt, dass über 1.200 Menschen als politische Gefangene inhaftiert sind.
Politisch steht die kommunistische Regierung auch von außen unter wachsendem Druck. Die USA verfolgen eine harte Linie gegenüber Kuba. So hat Donald Trump öffentlich erklärt, er könne mit Kuba „machen, was er will“ und deutete eine mögliche Übernahme der Insel an. Bei einem Auftritt in Miami sagte er Ende März 2026, Kuba sei „als Nächstes dran“.
Welche Ziele verfolgt US-Präsident Trump in Bezug auf Kuba? Inwiefern steht ein „Regime Change“ im Interesse der US-Regierung? Welche Möglichkeiten haben die Kubaner, sich gegen das Regime zu wehren? Inwiefern beeinflussen Exilkubaner die Kuba-Politik der USA? Welche Rolle könnten internationale Akteure, insbesondere die EU, bei der Demokratisierung Kubas spielen? Gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten möchten wir die aktuelle Lage in Kuba diskutieren. Wir laden Sie herzlich dazu ein.

Gäste

María del Carmen Ares Marrero
ist Autorin und Theaterregisseurin mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie gab Theater-, Kino- und Literaturkurse in Kuba, Moskau, Sevilla und Berlin und ist Gründerin der Gruppe Berlín Opus Cuba. Sie arbeitete als Gastdozentin an verschiedenen europäischen Institutionen. Ihre Artikel und poetischen Werke wurden in Europa und den USA publiziert, ihr Buch Berlinario erschien bei Ilíada Ediciones.

Diana Luna
ist Referentin für Lateinamerika in der Geschäftsstelle der Friedrich-Naumann-Stiftung in Potsdam. Sie hat Internationale Beziehungen und Internationale Politische Ökonomie an der TU Dresden, sowie am ITAM in Mexiko-Stadt studiert. Als gefragte Expertin in deutschen und internationalen Medien analysiert und kommentiert sie regelmäßig politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Lateinamerika. Besonders der Kampf gegen autoritäre Regime in Venezuela, Kuba und Nicaragua ist ihr ein zentrales Anliegen. Ihr Appell: Lateinamerika braucht weder einen romantisierten noch einen moralisierenden Blick, sondern eine pragmatische Partnerschaft für eine freiheitliche Zukunft.

Prof. Dr. Thomas Jäger
ist seit 1999 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Er ist Herausgeber der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, der Schriftenreihe Globale Gesellschaft und internationale Beziehungen und gefragter Politik-Experte im Radio und TV.

Kuba in der Krise

Zwischen gescheitertem Sozialismus und US-Druck


Veranstaltungsart

Webtalk

Zeit

04.05.2026 | 19:30 - 20:45

Veranstalter

Länderbüro Hessen/Rheinland-Pfalz


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