Russland vor der Dumawahl 2026 – Opposition unter Druck
Am 20. September 2026 wird in Russland eine neue Staatsduma gewählt. Die Wahl findet jedoch, wie auch bereits die vorangegangen Wahlen, unter Bedingungen statt, die einen offenen politischen Wettbewerb stark einschränken. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges wurde das Vorgehen der russischen Regierung gegen die politische Opposition nochmals verstärkt. So wurden unabhängige Medien weiter eingeschränkt sowie oppositionelle Kräfte und kritische Stimmen unter dem Vorwurf der „Diskreditierung der Armee“ oder als „ausländische Agenten“ verfolgt.
Besonders deutlich zeigte sich die Repression zuletzt am Umgang mit der liberalen Partei Jabloko, die den Krieg offen ablehnt. Nachdem sie zunächst zur Wahl zugelassen worden war, wurde sie im August 2026 durch das Oberste Gericht von der Teilnahme ausgeschlossen. Ein weiteres Beispiel ist Boris Nadeschdin, der im Vorfeld der Wahl als vergleichsweise prominenter Kritiker des Kremls galt. Er wurde ebenfalls von der Kandidatur ausgeschlossen und verließ anschließend Russland.
Die Regierungspartei Einiges Russland dürfte ihre dominante Stellung behaupten. Damit stellt sich weniger die Frage nach einem möglichen Machtwechsel als nach der politischen Bedeutung der Wahl: Wie groß ist die Zustimmung zum Kreml, wie stark ist die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und wie viel Raum bleibt für politische Opposition?
Gemeinsam mit unseren Expertinnen wollen wir uns einen aktuellen Überblick über die Situation der Opposition im Vorfeld der Dumawahl verschaffen.
Wir laden Sie herzlich dazu ein.
Gäste
Dr. Gesine Dornblüth
ist promovierte Slavistin und Hörfunkjournalistin. Von 2012 bis 2017 war sie Deutschlandfunk-Korrespondentin in Moskau. Seit Beginn der 1990er Jahre unternahm sie zahlreiche Recherchereisen nach Russland und den gesamten postsowjetischen Raum. Zuletzt erschienen von ihr der Bestseller „Jenseits von Putin“ sowie "Putins Gift" und "Kampf um die Freiheit" mit Thomas Franke.
Dr. Irina Scherbakowa
geboren 1949 in Moskau, ist Historikerin und Publizistin. Sie arbeitete als Redakteurin und Übersetzerin deutscher Literatur. Seit Anfang der 1980er Jahre führte sie Gespräche mit GULAG-Überlebenden und leitete ab Gründung von Memorial (1989) die Bildungsarbeit der russischen Menschenrechtsorganisation, vor allem den Geschichtswettbewerb. Forschungsaufenthalte führten sie nach Berlin, Wien, Salzburg und Jena. 2021 liquidierte das Putin-Regime die NGO, 2022 erhielt Memorial gemeinsam mit einer ukrainischen und einer belarussischen Organisation den Friedensnobelpreis. Im selben Jahr verließ Scherbakowa ihr Heimatland und lebt heute in Berlin und Tel Aviv. Sie ist Vorstandvorsitzende der in Berlin gegründeten Exilorganisation Zukunft Memorial, gehört dem Kuratorium der Gedenkstätte Buchenwald an und ist Ehrenmitglied des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin.
Dr. Anastasia Vishnevskaya-Mann
hat internationale Beziehungen in Moskau und Berlin studiert und sich dabei auf russische Beziehungen mit der EU und insbesondere Deutschland spezialisiert. Sie hat an der FU Berlin über Separatismus in Russland und China promoviert. Sie ist Besitzerin im Landesvorstand der FDP Berlin und Sprecherin der Landespartei für Außen und Europa.
Russland vor der Dumawahl 2026 – Opposition unter Druck
Im Gespräch mit Irina Scherbakowa, Anastasia Vishnevskaya-Mann und Gesine Dornblüth
Veranstaltungsart
Webtalk
Zeit14.09.2026 | 18:00 - 19:15
VeranstalterLänderbüro Hessen/Rheinland-Pfalz
Jetzt anmelden
Als nächstes