Deutsche Energiepartnerschaften neu denken

Die Energiewende wird nicht im nationalen Alleingang gelingen. Während Deutschland und Europa ihre Klimaziele verschärfen, zeigt sich immer deutlicher: Ohne globale Kooperation und den systematischen Transfer klimafreundlicher Technologien bleiben die Pariser Ziele unerreichbar. Gleichzeitig wandeln sich Energiepartnerschaften von einseitigen Importbeziehungen zu strategischen Allianzen, die Märkte öffnen, Innovationen fördern und Wohlstand schaffen können, wie etwa bei EU-Wasserstoffabkommen mit Chile oder Namibia.

Wir müssen die Energieaußenpolitik also grundlegend überdenken. Statt Ressourcenabhängigkeiten braucht es Partnerschaften auf Augenhöhe mit klaren Kriterien: Zugang zu grüner Energie für Europa, Technologie, lokale Wertschöpfung und Mitbestimmung für Partnerländer – unter Berücksichtigung von Versorgungssicherheit versus Klimazielen.

Welche Rolle spielen marktbasierte Instrumente wie ambitionierte CO₂-Preise und Klimaclubs mit Mindeststandards, um Carbon Leakage, also die Verlagerung von CO₂-Emissionen ins Ausland, zu verhindern?
Wie kann Technologietransfer – etwa durch Joint Ventures statt reiner Subventionen – funktionieren, ohne in paternalistische Entwicklungshilfe zu verfallen?
Und was bedeutet das für Deutschlands geopolitische Positionierung in einer multipolaren Energiewelt, geprägt von US-LNG, chinesischen Batterien und indischen Solarambitionen?

Diese Fragen diskutieren wir mit Prof. Dr. Rainer Quizow vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) in Potsdam und Till Mansmann, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der FDP und Innovationsbeauftragter für "Grünen Wasserstoff" im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Moderation

Jessica Buchmann
ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet zu den Themen Außenwirtschaft und Außenpolitik mit Fokus auf die Kontinente Asien und Afrika. Als Referentin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie bereits in mehreren Positionen tätig, u.a. im Deutschen Bundestag, im Internationalen Wirtschaftsrat und seit 2024 bei der Industrie und Handelskammer. Außerdem promoviert sie über die Auswirkungen internationaler Sanktionen auf Iran und Venezuela an der Universität Tübingen.

Gäste

Till Mansmann
ist Diplom-Physiker und war bis 2025 Bundestagsabgeordneter für die FDP. Von 2022-2024 war er Innovationsbeauftragter für "Grünen Wasserstoff" im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wo er Forschungsaktivitäten, den Staatssekretärsausschuss für Wasserstoff und den Nationalen Wasserstoffrat mitgestaltete. Er setzte sich für Wasserstofftechnologien ein und betonte die Rolle grünen Wasserstoffs für die Energiewende und Dekarbonisierung.

Prof. Dr. Rainer Quitzow
leitet die Forschungsgruppe "Geopolitik der Energie- und Industrietransformation" am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) in Potsdam. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse des geoökonomischen Wettbewerbs in klimafreundlichen Industriezweigen sowie der Rolle von Außen- und Industriepolitik in diesem Kontext. Rainer Quitzow ist zudem Honorarprofessor für Nachhaltigkeit und Innovation an der Technischen Universität Berlin.

Deutsche Energiepartnerschaften neu denken

Wie internationale Zusammenarbeit und Technologietransfer globale Klimaziele erreichbar machen


Veranstaltungsart

Webtalk

Zeit

19.02.2026 | 18:00 - 19:00

Veranstalter

Länderbüro Niedersachsen/Bremen


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