Die Debatte über ein gesetzliches Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien ist in Deutschland so kontrovers wie selten zuvor. Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ hat im Juni dieses Jahres 56 Handlungsempfehlungen vorgelegt. Sie empfiehlt eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für die eigenständige Nutzung, wirksame Altersüberprüfungen und abgestufte Schutzvorkehrungen bis 18 Jahre. Zugleich sollen Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung genommen werden.
Der Deutsche Ethikrat lehnt ein pauschales Mindestalter dagegen ab und plädiert für einen risikobasierten Ansatz. Konkrete Gefahren wie suchtfördernde Algorithmen, Manipulation, Cybermobbing und problematische Inhalte sollten stärker reguliert werden. Damit stellen sich zentrale Fragen: Brauchen Kinder und Jugendliche Verbote – oder bessere Regeln, bessere Plattformen und mehr Medienkompetenz? Welche Verantwortung tragen Politik, Eltern, Schulen und Plattformbetreiber? Und wie lässt sich Jugendschutz mit digitaler Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe verbinden?

Diese und weitere Fragen diskutiert Politikberater und Publizist Martin Fuchs mit Luisa Sophie Fellner, Junge Liberale Schleswig-Holstein, Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) und Mitglied der o. g. BMBFSFJ-Kommission, und Dr. Erik Weiss, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung.

Gäste

Martin Fuchs
berät Regierungen, Parlamente & Parteien in digitaler Kommunikation. Er ist zudem Dozent an verschiedenen Hochschulen und bloggt über Digitalisierung in der Politik. Zuletzt hat er den Sammelband "Digitale Wahlkämpfe" herausgegeben.

Sebastian Gutknecht
ist Jurist und seit Juni 2021 Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ). Zuvor war er Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW. Seit 2008 gehört er der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) an.

Dr. Erik Weiss
ist Habilitand an der Universität zu Köln und Co-Leiter der rechtswissenschaftlichen Teilprojekte in den Verbundprojekten „Zertifizierte KI“ und „EMAS-KI“. Zu seinen Forschungsinteressen zählen u. a. das Recht der Digitalisierung und die interdisziplinäre Rechtsforschung.

Luisa Sophie Fellner
hat ein abgeschlossenes Bachelorstudium in Public Management und Tätigkeit als Regierungsinspektorin. Zusätzlich derzeit Masterstudentin der Politikwissenschaft und des Managements sowie ehemalige Landesvorsitzende der Jungen Liberalen S-H.

Social Media-Verbot

Wie viel Schutz brauchen Kinder und Jugendliche – und wie viel Freiheit?


Veranstaltungsart

Webtalk

Zeit

04.11.2026 | 19:00 - 20:15

Veranstalter

Länderbüro Norddeutschland


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