Orbán unter Druck – Machtwechsel in Ungarn?
Am 12. April 2026 findet in Ungarn eine Parlamentswahl statt, die als eine der wichtigsten politischen Entscheidungen des Landes seit dem Ende des Kommunismus gilt.
Bereits seit 2010 ist Ministerpräsident Viktor Orbán mit seiner Partei Fidesz an der Macht. In dieser Zeit hat seine Regierung zahlreiche politische Veränderungen umgesetzt, unter anderem bezüglich der Verfassung, der Medien und des Justizsystems. Kritiker werfen der Regierung vor, demokratische Institutionen geschwächt zu haben, während Unterstützer argumentieren, Orbán verteidige die nationale Souveränität und traditionelle Werte.
Nach mehreren klaren Wahlsiegen steht Orbán nun erstmals seit vielen Jahren vor einer ernsthaften Herausforderung durch die Opposition. Péter Magyar, der zuvor selbst Mitglied der Fidesz war, tritt mit seiner Partei Tisza an, die bereits kurz nach ihrer Gründung bei der Europawahl im Jahr 2024 aus dem Stand auf fast 30 Prozent der Stimmen kam. Die Wahl wird daher als mögliche Schicksalswahl für Ungarn betrachtet, da sie entweder das Ende der langjährigen Regierung Orbán bedeuten oder seine politische Dominanz erneut bestätigen könnte.
Welche Themen bestimmen den ungarischen Wahlkampf? Welche Rolle spielt der Ukraine-Krieg? Verliert Ministerpräsident Orbán Rückhalt bei seiner Stammklientel und warum? Was macht Magyars Wahlkampf so erfolgreich? Kann ein möglicher Regierungswechsel die politischen Strukturen verändern, die sich seit 2010 entwickelt haben? Welche Bedeutung hat die politische Entwicklung Ungarns für die Zusammenarbeit innerhalb der Europäische Union?
Gemeinsam mit unseren Experten wollen wir diese und andere Fragen sowie mögliche Szenarien für den Wahlausgang diskutieren. Wir laden Sie herzlich dazu ein.
Gäste
Thomas Hacker
war von 2017 bis 2025 Mitglied der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag. Dort war er zuletzt Mitglied in den Ausschüssen für die Angelegenheiten der Europäischen Union, für Kultur und Medien sowie im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Für die FDP-Fraktion war er Europapolitischer Sprecher und Medienpolitischer Sprecher. Thomas Hacker ist seit 2013 Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung. Darüber hinaus ist er Vizepräsident der Südosteuropa-Gesellschaft. Von 2008 bis 2013 war er Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag.
Dr. Lars-André Richter
leitet das Büro Mitteleuropa der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) mit Sitz in Prag. Von 2012 bis 2018 stand er an der Spitze des FNF-Büros Seoul, Südkorea, und von 2018 bis 2023 der Stiftungsvertretung in Buenos Aires, Argentinien. Als Leiter des Seouler Büros war er auch für die Arbeit der FNF in Nordkorea verantwortlich. Nach dem Studium der Geisteswissenschaften in Tübingen, Leipzig, Paris und Berlin wurde Richter 2008 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Im selben Jahr trat er als Pressereferent in die FNF ein.
Dr. sc. pol. Kai-Olaf Lang
ist Senior Fellow in der Forschungsgruppe EU/Europa bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Außen- und Europapolitik der Länder im östlichen Teil von NATO und EU sowie geo- und sicherheitspolitische Entwicklungen in Ostmitteleuropa, den baltischen Staaten und im südöstlichen Europa. Er beschäftigt sich auch mit der Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union.
Orbán unter Druck – Machtwechsel in Ungarn?
Im Gespräch mit Thomas Hacker, Dr. Kai-Olaf Lang und Dr. Lars-André Richter
Veranstaltungsart
Webtalk
Zeit09.04.2026 | 18:00 - 19:15
VeranstalterLänderbüro Hessen/Rheinland-Pfalz
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